Ich räume mich schon selbst auf, wenn ich möchte, wenn ich muss. So ein vorgegebener Spazierstreifen ist ja schön und gut, aber dort, stets leicht erhöht, komme ich mir vor, als würde ich ständig auf Plateauschuhen durch die Gegend schreiten: Die vorbeirauschenden Autos sind zu niedrig und ich komme mir ein Stück zu groß vor.… Weiterlesen Schlenderfreiheit
Autor: piaaurelia
Zebrastreifen überm Kopf
Nach stundenlanger Zugfahrt, die in einer halben Stunde endlich zu ihrem Ende kommen soll, schicke ich meine Gedanken auf Entdeckungstour. Eine kleine mentale Reise, um meine physische erträglicher zu machen. Oft kommt Inspiration durch Aus-dem-Fenster-Schauen. Es ist aber schon stockdunkel. Nur wo Licht ist, kann man zumindest mit den Augen was entdecken. Und Gedanken leben… Weiterlesen Zebrastreifen überm Kopf
Auf Chancen lauern
Hineinspaziert ins neue Jahr. Oder einfach nur hineinplatziert, ganz automatisch ohne Zutun, ohne Wille, doch mit Hoffnung und Promille. Nun aber ganz im Ernst, der Übergang ins neue Jahr ist jedes Mal dieselbe Prozedur. Die sich vollzieht, begleitet von Traditionen, Sekt und Glückwünschen, die sich jeder Mensch im selben Moment verdient, ohne irgendetwas zu tun.… Weiterlesen Auf Chancen lauern
Gefühl und Kulisse
Leuchtende Girlanden setzen Straßen in gleichmäßigem Abstand geschwungene Kronen aus winzigen Lichtern auf. Was magisch anmutet, wirkt berauschend und ist doch so simpel. Festtagsdeko in großem Stil, die Stadt herausgeputzt und in glitzerndes Gewand gehüllt. Baumstämme sind von Lichterketten umschlungen, aus Wohnhausfenstern starren allerlei typische Weihnachtsformen auf die Straße, Sterne, Herzen, Engel, und an historischen… Weiterlesen Gefühl und Kulisse
Klimpern, flattern, räkeln, lüften
Die Wimpern klimpern vibrierend und flirrend in unrhythmischem Takt. Das tun sie automatisch bei diesem stechenden Licht. Hell, grell, punktuell zeichnen sich die beiden Lichtquellen ab, eine mitten im Himmelblau, die andere auf einem massiven Körper, der die Skyline dominiert. Die Augen, stark geblendet, aber auf angenehme Weise, lassen sich von ihren natürlichen Gardinen, den… Weiterlesen Klimpern, flattern, räkeln, lüften
Konfettiregen
Die größte Errungenschaft ist die, die man nicht sieht. Die keinen Unter-die-Nase-reib-Faktor hat. Die sich weder an der Schreibtischgröße, noch an Titeln oder am Kontostand ablesen lässt. Sondern jene, die man - juwelengleich - sorgsam verstaut, weit weg von neugierigen Blicken. Die man hütet aber dennoch großzügig mit Freunden teilt. Materiell wertlos. Eine ideelle Währung… Weiterlesen Konfettiregen
Vintage-Sonne
Gedankenverlorenes Im-Cappuccino-Rühren, spielerisches Milchschaum-Auftürmen, genüssliches Kaffeesippen: Auf der Bar-Terrasse zu sitzen unter dieser Septembersonne, so weichzeichnend warm, fühlt sich an, als würde man etwas noch nie Erlebtes Revue passieren lassen. Doch im Cappuccino rühre ich täglich und Kaffeetrinken ist immer ein Genuss. Nur bin ich zum ersten Mal in dieser Stadt, wo ich nun mit… Weiterlesen Vintage-Sonne
Nostalgie-Katharsis
Zu stark hängen geblieben im Moment. In ihn eingehüllt wie in einen schützenden Kokon. Obwohl er keinen Schutz bietet, sondern nur verletzlich macht. Die Nostalgietrunkenheit in ein Delirium verwandelt. Aus dem du nicht einfach aufwachen kannst, das dafür andauert, bleischwer und gleichzeitig verlockend leicht. Dieser Moment, der nicht verstreifen soll und die nach Nostalgie schmerzende… Weiterlesen Nostalgie-Katharsis
Wolkenschloss
Da sitze ich vor dem kompakten Schlösschen, aus dem Zwiebeltürmchen sprießen. Hier und da reckt und streckt es sich mit Kreuzchen und Zinnen gen Himmel. Dann ist da noch der kunstvolle Erker und das Brücklein, das durch das Tor in den Schloss-Innenhof führt. Alles so gepflegt und wunderbar. Enten perfektionieren das Szenario und watscheln im… Weiterlesen Wolkenschloss
Irre normal
Sie ist so eine Person, die Sushi mit der Gabel isst und Geschirr nur mit Plastikhandschuhen abspült. Ob sie tatsächlich so empfindliche Haut hat, die das blubbernd heiße Wasser nicht verträgt oder ob sie sich vor ihren eigenen Essensresten ekelt - darüber gibt sie keine Auskunft und zieht nur eine merkwürdig spitze Schnute, wenn man… Weiterlesen Irre normal









