Und auf einmal

Wir tragen Eis spazieren und lecken daran und ernten gierige Blicke von Kindern. Wir tragen Wein spazieren und nippen daran und bekommen gleichgültige Blicke von Erwachsenen. Wir tragen Sonnenbrillen auf der Nase und auf einmal sind alle Gesichter orange. Jeder sieht erfahrener aus, selbst weiße Häuserfassaden wirken weise, so wie damals. Wie in diesem Film,… Weiterlesen Und auf einmal

Rastloses Scheinen

Windräder zerschneiden die Abendsonne. Oder helfen sie ihr nur beim Untergehen? Goldener Glanz fällt durch die rotierenden Arme wie die Zeit durch ein Uhrwerk. Der Tag wird zermahlen, während sich der Abend an den Himmel malt. Der Himmel hat Hornhaut, die ein Flugzeug durchbohrt. Können die Windräder auch den Himmelsschuppen helfen, sich aufzulockern? Um ruhiger… Weiterlesen Rastloses Scheinen

Winterpendel

Frsch, Frsch, Frsch. Das Geräusch von laufenden Kinderbeinen in Schneeanzügen, ein hastiges Rascheln. Knuffige Handschuhe baumeln an Schnüren von den Handgelenken. Die Finger kribbeln und sind eisig. Die Fingernägel kleben wie Sticker auf blauen Stäbchen. Doch die Hast heilt Kältejammer. In den Stiefeln krabbeln Zehen. Keiner sieht's, keinen interessiert's. Wichtig ist nur, dass die Beine… Weiterlesen Winterpendel

Wollig wolkig

Geisterschleier liegt auf Feldern, Wegen, Straßen. Überall. Der Schnee scheint perlweiß, wenn ihn die Sonne anspuckt. Ich spaziere darauf und rutsche trotzdem nicht aus. Es knistert leise. Ich gehe auf Wolken, die am Boden liegen. Irgendwann ist dann aber genug. Rein ins warme, raus aus der Spaziergängerrüstung. Ich schäle mich aus der Daunenjacke. Mein pinker… Weiterlesen Wollig wolkig

Der Horizont ist gar kein Strich

Was verebbt, verschwindet langsam. Stimmung, Liebe, Verlangen. Doch niemals das, was wirklich wellt und schwappt. Wasser kringelt sich ein und macht sich klein. Es macht sich zur Schnecke, bevor es zur Schlange wird. Es wiegt hin und her, als müsste es sich selbst beruhigen, indem es seine Oberfläche leckt, damit die wieder schön glänzt, wenn… Weiterlesen Der Horizont ist gar kein Strich

Tortenstadt

Dort unten liegt die Stadt so tortig und biegt ihren begrasten Bauch gen Blau. Fluss rinnt rundherum, Zuckergussrauschen. Grüner Hügel wellt sich sahnehäufchenweise. Schlagrahmrufe rutschen schwungvoll ins Tal, das s-förmig tanzt, dabei aber tugendhaft keine Miene verzieht. Fachwerk verpflichtet. Häuschen scheinen ganz glücklich, greifen spitzdachig ins Himmelsgewölbe, in dem die Sonne schwebt. Sie macht die… Weiterlesen Tortenstadt

Wetterlage, Januar, überall

Erschütterung verebbt nicht. Sprachlosigkeit baut sich Schilder. Mut schreitet, und Bestürzung hüllt sich in Gesänge. Stimmstarke Rüstung gegen graupelnde Grauen. Erschütterung belebt. Ihr seid der Beweis fürs nicht Nichtstun. Mein Körper war nicht dabei. Meine Seele ist eure Verbündete. Mein Kopf dankt. Und denkt nur nach vorne und hofft. Erschütterung bebt in uns. Sprengkraft gegen… Weiterlesen Wetterlage, Januar, überall

Mal am Meer in Malaga

Wie Cocktailhütchen markieren die bunten Sonnenschirme den Nachmittag. Auf einem Bein tänzelnd, kaum merkbar schwankend stecken sie im aschblonden Sand. So bekommt der eine heitere Frisur, zeitlos flatternd. Denn Zeit zählt hier nicht. Hauptsache die Hütchen schirmen, wenn die Sonne schreit. Mit strahlendem Maul, das seine schimmernde Spucke auf die Wasseroberfläche speit. Damit es schön… Weiterlesen Mal am Meer in Malaga