Sand wie Schnee wie Schlagsahne, aufgeschlagen, angehäuft. Plattgedrückte Hügellandschaft, mit Füßen gespürt, mit Händen betätschelt, durch Finger gerieselt. An Körper klebend, in Augen kratzend, in Mündern knirschend. Das Sahnehäubchen des doch so wohlverdienten Urlaubs schmeckt nach nichts, ist körnig-unsüß. Entgegen der Laune. Die ist fluffig frisch erzwungen locker, durchgewirbelt vom Wellenwind. So anders als Alltag.… Weiterlesen Chantilly am Strand
Kategorie: Fernwehhymnen
Mit jedem Schritt, mit jedem Blick
Mit jedem Schritt lecke ich gedankenverloren an den vergangenen Erlebnissen. Die Füße saugen den Lebenssaft aus dem Herzen dieser rot-orange-gelb leuchtenden Stadt, in der Hoffnung, den Körper endlich wieder mit diesem vibrierend-neugierigen Rhythmus zu durchfluten. Die Schuhe will ich daher kaum mehr vom Boden heben, sie schlürfen die kuriosen Straßenverläufe entlang, streicheln den glatten Bodenbelag… Weiterlesen Mit jedem Schritt, mit jedem Blick
Alles duftet unschuldig
Die Waschmaschine hat sandigen Mundgeruch. Unzählige raue Sandkörner musste sie schlucken, gewohnt ist sie aber nur an weiche Socken. Schwere Kost, harte Arbeit für den Magen. Ich habe gerade eine Woche Urlaub aufgehängt. Ein Kleidungsstück neben ein anderes geklipst, in erster bis siebter Reihe, eng an eng, kaum mehr Platz übrig. Jede Wäscheklammer fixiert eine… Weiterlesen Alles duftet unschuldig
Blick in die Röhre. Im Museum.
So kastig wie erwartet, so kantig wie möglich, so klobig wie er eben sein muss. Damit er ins Museum passt. Doch nein, dieser Röhrenfernseher ist kein Ausstellungsstück. Er gehört zur Ausstattung wie Rahmen und Erklärschilder. Er zeigt doch nur und will sich doch eigentlich verstecken. Doch ist er dafür zu korpulent. Und das, was er… Weiterlesen Blick in die Röhre. Im Museum.
Im Abend-Öffi
Zischend und ruckelnd setzt der Mechanismus ein. Mit robuster Geschmeidigkeit, ungraziös aber zweckerfüllend, öffnet sich die Tür. Ich respektiere das ungeschriebene Gesetz und lasse erst aussteigen. Dann trete ich ein, in das kleine mobile Paralleluniversum der Stadt, meinen Lieblingsplatz, Busmitte-links-Fenster, schon im Blick. Endlich, denke ich. Zehn Minuten habe ich an der Haltestelle gewartet, im… Weiterlesen Im Abend-Öffi
Schlenderfreiheit
Ich räume mich schon selbst auf, wenn ich möchte, wenn ich muss. So ein vorgegebener Spazierstreifen ist ja schön und gut, aber dort, stets leicht erhöht, komme ich mir vor, als würde ich ständig auf Plateauschuhen durch die Gegend schreiten: Die vorbeirauschenden Autos sind zu niedrig und ich komme mir ein Stück zu groß vor.… Weiterlesen Schlenderfreiheit
Nostalgie-Katharsis
Zu stark hängen geblieben im Moment. In ihn eingehüllt wie in einen schützenden Kokon. Obwohl er keinen Schutz bietet, sondern nur verletzlich macht. Die Nostalgietrunkenheit in ein Delirium verwandelt. Aus dem du nicht einfach aufwachen kannst, das dafür andauert, bleischwer und gleichzeitig verlockend leicht. Dieser Moment, der nicht verstreifen soll und die nach Nostalgie schmerzende… Weiterlesen Nostalgie-Katharsis
Niemals mehr und immer wieder
Niemals mehr und immer wieder wird diese Stadt mein Zuhause sein. Das weiß ich ganz genau, dann verschlingt sie mich aber wieder und ich muss unseren Beziehungsstatus neu überdenken. Doch immer komme ich zum gleichen Schluss. Auch dieses Mal wird es nicht anders sein. Das merke ich jetzt bereits, wo ich noch im Zug zu… Weiterlesen Niemals mehr und immer wieder
Reisen ist…
Reisen ist leben mit Leichtigkeit. Es zählt nur, was der Moment bringt, was der Zufall bereithält, was das Jetzt sich gerade für einen ausdenkt. Die Leichtigkeit des Unwissens, was einen erwartet. Man sitzt im Auto, Zug oder Flugzeug mit dem ahnenden Lächeln im Gesicht, der kindlich euphorischen Erwartungshaltung im Herzen und dem wohltuend zähen Gefühl… Weiterlesen Reisen ist…
Brüssels Fett
Die guten Geister in den Schlaf gesungen, so wie es nur eine sitzend-klickende Arbeit vor dem Bildschirm mit Kaffeegeschmack und Pausen-Pasta zu vollbringen vermag. Keine Spur von den guten Geistern, die tiefe Gedankengänge ins Bewusstsein graben und zur Individualität zwingen. Abrufen, abarbeiten, abverlangen - aufbereiten, aufarbeiten, aufzählen: ein eintöniges Auf und Ab. Der täglich graue… Weiterlesen Brüssels Fett









