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Kurzprosa, Lyrik, essayistischer Kommentar?

Die Texte aus der Eulenfeder lassen sich kaum kategorisieren. Ein Text kommt auch sehr gut ohne Etikett aus. Aus der Eulenfeder kommen nachdenkliche Alltagsskizzen und von Nostalgie erfüllte Beobachtungen, in denen sich Sorgen, Träume und Belanglosigkeiten einer unsicheren Zeit widerspiegeln.

Fernweh ist für kaum jemanden ein unbekanntes Verlangen. Träume und Erinnerungen lassen die Gedanken unaufhaltsam abdriften. Die Eulenfeder würdigt die Juwelen vergangener Auslandsaufenthalte und Reisen, früherer Wohnorte und Lebensumstände mit FERNWEHHYMNEN. Fantasie und Erinnerungen sind wahre Schätze, um Fernweh in einen sublimen Trostspender zu verwandeln.

Der Alltag rauscht uns regelrecht um die Ohren. Mal allegro, mal piano, stets in contratempo. Verwirrend und beunruhigend, monoton und einschläfernd. Kaum mehr überraschend. Und doch gibt es immer wieder etwas von diesem ALLTAGSRAUSCHEN zu berichten.

Natur ist für viele ein Ruhepol. Um die Sinne zu stillen, reicht es oft schon, einfach aus dem Fenster zu schauen. Hinauf zu üppigen Baumkronen. Hinunter zu blühenden Blumenwiesen. Oder hinüber auf die dümpelnde Großstadtnatur. Das uns umgebende NATURSCHAUSPIEL ist vielschichtig.

Goldstück

Ich liege im Bett und fühle mich wie Zwiebeln. Die von heute Abend, die brutzelnd vor sich hin summten bis sie goldig waren. Wie kleine Schätze lagen sie in der viel zu großen Pfanne und sogen das Öl auf, das sie umschmeichelte. Sie kuschelten mit Knoblauch, ihrem kleinen Bruder. Ich liege hier und habe keinen,…

Zack-zack-zack Balkonien

Ab wann ist ein Balkon Balkonien? Auf meinem Balkon stehen ein Tisch und zwei Stühle. Ein Sonnenschirmständer ohne Schirm. Keine Liege, keine Pflanzen. Das Einzige, was hier sprießt ist Unkraut, das aus den Betonplattenfugen grinst. Ist so etwas Balkonien? Immerhin ist der Ausblick schön grün, blättrig, bäumig, kühig, windrädrig. Alles weht, muht und dreht sich.…

Und auf einmal

Wir tragen Eis spazieren und lecken daran und ernten gierige Blicke von Kindern. Wir tragen Wein spazieren und nippen daran und bekommen gleichgültige Blicke von Erwachsenen. Wir tragen Sonnenbrillen auf der Nase und auf einmal sind alle Gesichter orange. Jeder sieht erfahrener aus, selbst weiße Häuserfassaden wirken weise, so wie damals. Wie in diesem Film,…

Rastloses Scheinen

Windräder zerschneiden die Abendsonne. Oder helfen sie ihr nur beim Untergehen? Goldener Glanz fällt durch die rotierenden Arme wie die Zeit durch ein Uhrwerk. Der Tag wird zermahlen, während sich der Abend an den Himmel malt. Der Himmel hat Hornhaut, die ein Flugzeug durchbohrt. Können die Windräder auch den Himmelsschuppen helfen, sich aufzulockern? Um ruhiger…

Wünsche-Route

In uns schlafen Melodien, schlummern leise Poesien,sie schweben und schweifen, sind nicht zu greifen.Sie weben an Träumen, stricken Ideen, die zerreissen,weil sie nicht um Problemchen kreisen. Die Laufmasche in unserem Denkensollte uns in eine neue Richtung lenken. Die Welt jedoch schubst weiter wild,immer gerade, dorthin ins Fadeweiss, dass so die Lust abschwillt. Die Masche läuft…

Winterpendel

Frsch, Frsch, Frsch. Das Geräusch von laufenden Kinderbeinen in Schneeanzügen, ein hastiges Rascheln. Knuffige Handschuhe baumeln an Schnüren von den Handgelenken. Die Finger kribbeln und sind eisig. Die Fingernägel kleben wie Sticker auf blauen Stäbchen. Doch die Hast heilt Kältejammer. In den Stiefeln krabbeln Zehen. Keiner sieht’s, keinen interessiert’s. Wichtig ist nur, dass die Beine…

Wollig wolkig

Geisterschleier liegt auf Feldern, Wegen, Straßen. Überall. Der Schnee scheint perlweiß, wenn ihn die Sonne anspuckt. Ich spaziere darauf und rutsche trotzdem nicht aus. Es knistert leise. Ich gehe auf Wolken, die am Boden liegen. Irgendwann ist dann aber genug. Rein ins warme, raus aus der Spaziergängerrüstung. Ich schäle mich aus der Daunenjacke. Mein pinker…

Wenn der Tee sein Fähnchen schwenkt

„Hör nie auf anzufangen.“ Doch wer traut sich’s wirklich? „Die Stille ist voller Antworten.“ Doch wer hält sie überhaupt aus? „Um lange leben zu können, lebe langsam.“ Doch wer hat schon die Geduld dazu? Wir machen einfach weiter, brüllen nieder, laufen schneller. Hecheln Zielen hinterher, tippen Smartphoneakkus leer. Quetschen Kalender proppenvoll, finden Energybooster toll. Laufen…

Ein Schwank übers Welken

Ich Pflänzchen mit losen Wurzeln, schwankendem Stängel, erhabener Blüte, an den Blätterspitzen leicht verwelkt. Zu stark gegossen mit Glück und Zufall. Glücklichem Zufall. Unwissend einem Plan folgend, der im Himmel liegt. Da ganz oben, wo mein bunter Scheitel nicht hinreicht, der langsam seine Pracht verliert. So wie alles vergeht wie’s im Plan steht. Meine Füße…

Ausgekreiselt

Ein Ding, das steht und liegt zugleich, und eigentlich zu schweben scheint. Ein Ding, das schwebt und liegt und steht, und sich nur getragen fortbewegt. Ein Ding, das aussieht wie ein Pilz, doch eigentlich ein Kreisel ist. Was ist’s? Tropfen prasseln, Wasser schwallt, Regen rinnt. Und dann ist da noch der fiese Wind. Der Stoffpilz…

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