Tintenfleck

Ich spüre ihn, auch wenn ich nicht hinschaue. Obwohl er natürlich nicht schmerzt. Ganz im Gegenteil, er legt sich wie ein Pflaster auf meine Haut und stillt mein Verlangen nach jedweder Form befreiender Wohltat. Dieser Fleck an der Außenseite meines rechten kleinen Fingers, direkt am Fingergrundgelenk. Kugelschreiber-Tinte verschmiert durch die Frenesie des Schreibens. Spuren unzähliger… Weiterlesen Tintenfleck

Wellen in Nazaré

Noch immer habe ich das brüllende Rauschen im Kopf. Monoton. Beruhigend. Gewaltig. Die Wellen stoßen sich vom Horizont vor bis an den Sandstrand. Überschlagen sich dabei und bauen sich zu massigen Wasserhügeln auf. Holt eine Welle eine andere ein, umarmen sie sich in der Vorfreude auf eine mächtige Symbiose der Ozeankräfte, die sich am Ufer… Weiterlesen Wellen in Nazaré

Fotos und ihr (Un)wesen

Fotos sind Erinnerungsstützen. Täuschend echte Abbilder einer erlebten Realität. Aber letztendlich sind sie doch so realitätsfern. Der Überschwang an Emotionen und das Ambiente des festgehaltenen Moments können einfach nicht in banaler Zweidimensionalität vermittelt werden. Spürbar werden. Erlebbar werden. Die Unvergesslichkeit der Momentaufnahme prägt sich nur im Kopf, und vielmehr im Herzen, der Fotografierten ein. Nur… Weiterlesen Fotos und ihr (Un)wesen

Pfützenhypnose

Manchmal reicht es, in Pfützen zu schauen, um sich selbst zu erkennen. Denn sie sind oberflächlich und tiefgründig zugleich. Die unförmige Wasseransammlung wirkt spiegelglatt, wenn weder der Wind weht, noch weitere Tropfen hineinplatschen. Wenn man vorbeischreitet oder der Donner dröhnt, zeigen Regenpfützen ihre sensible Seite und vibrieren ängstlich. Und wenn sich ein Kind in Gummistiefeln… Weiterlesen Pfützenhypnose

Ein Hauch Nostalgie

Zwischen Wohngegend und Industrielandschaft, sanft auf einer namenlosen Wiese im Schatten eines grauen Betonblocks platziert, wartet eine Trinkhalle auf durstige Passanten. Samstags, 17.24 Uhr, will keiner etwas von ihr. Ihre knallrot lackierten Türen, eine an der linken Häuschenwand, die andere an der rechten Hallenseite gegenüber, schreien durch ihre Farbaggressivität ein Gähnen in die verlassene, stille,… Weiterlesen Ein Hauch Nostalgie

Götter und Campari

Wenn es Götter gibt, dann lächeln sie nun süffisant auf die Menschheit hinunter. Hin und wieder können sie sich auch ein hämisches Lachen nicht verkneifen. Einfach unglaublich, wie diese sterbliche Zweibeinerschar, die gerne am Rande erwähnt, die Krone der Schöpfung zu sein, seit eineinhalb Jahren ihr intrinsisches Talent für Irrsinn zur Schau stellt. Klar, sie… Weiterlesen Götter und Campari

Grünes Grinsen

Ihre Dickköpfigkeit kann man bereits an ihrem fiesen Grinsen ablesen, das sie gen Himmel schicken. Es versinnbildlicht die triumphierende Attitüde, die sie durch die hartnäckige aber erfolgreiche Wachstumsphase, während der sie sich durch die engen Schlitze kämpften, annahmen. Nicht nur der Himmel muss sich das gemeine Grinsen gefallen lassen. Die Menschen, auf deren Terrassen sie… Weiterlesen Grünes Grinsen

Blubbern und Kribbeln

Einfach immer alles toll finden. So funktioniert das in der Welt der Oberflächlichkeiten, die uns in ewig grinsende, apathische Fratzen verwandelt – innerlich willenlos, aber nach außen in unbändiger Champagnerlaune. Doch nicht einmal das Blubbern und Kribbeln dieses belebenden Elixiers lässt einen aus dem Prestige-Delirium aufwachen und erkennen, dass man sich mit jedem Schluck mehr… Weiterlesen Blubbern und Kribbeln

Sales im Sinn

Menschen, die auf Zahlen starren, die sich nur um Nummern kümmern, die ständig stetig steigen sollen, und Menschen zu Maschinen machen. Maschinen, die rattern ohne Ruh, die Daten nur in Grafiken verkraften, um wieder weiter Werte zu schöpfen, die den Nummern-Kummer verkümmern lassen. Doch sie steigern sich ins Finanz-Fieber hinein, wenn der Umsatz mal nicht… Weiterlesen Sales im Sinn