Alles duftet unschuldig

Die Waschmaschine hat sandigen Mundgeruch. Unzählige raue Sandkörner musste sie schlucken, gewohnt ist sie aber nur an weiche Socken. Schwere Kost, harte Arbeit für den Magen. Ich habe gerade eine Woche Urlaub aufgehängt. Ein Kleidungsstück neben ein anderes geklipst, in erster bis siebter Reihe, eng an eng, kaum mehr Platz übrig. Jede Wäscheklammer fixiert eine… Weiterlesen Alles duftet unschuldig

Schwimmbad-Dreiklang

Manche hängen, andere sitzen, manche schwimmen, andere schwitzen. Alles gleichzeitig, unmöglich. Der menschliche Körper, eine Maschine, die nur ein Programm abspult, kein Virtuose. Nur die Duftmoleküle, die wissen, wie man's macht. Sich zu vereinen und alles gleichzeitig zu sein. Die Nase zu verführen mit ihrem weise komponierten Schwimmbad-Dreiklang: Chlor, Pommesfett, Sonnencreme. Eine Komponente fehlt, und… Weiterlesen Schwimmbad-Dreiklang

Blick in die Röhre. Im Museum.

So kastig wie erwartet, so kantig wie möglich, so klobig wie er eben sein muss. Damit er ins Museum passt. Doch nein, dieser Röhrenfernseher ist kein Ausstellungsstück. Er gehört zur Ausstattung wie Rahmen und Erklärschilder. Er zeigt doch nur und will sich doch eigentlich verstecken. Doch ist er dafür zu korpulent. Und das, was er… Weiterlesen Blick in die Röhre. Im Museum.

Wahrheit, Freiheit. Arbeit?

„Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Wie eine Selbstverständlichkeit strahlen die Großbuchstaben gülden von den Universitätsmauern. In der Stadt mit der Freiheit im Namen, wo Sehnen und Träumen zum Machen und Sein wird. Die Einwohner sind im ungestressten Lebensrausch, haben die Essenz der goldig schimmernden Parolen durch ihre Körperglieder, durch Geist und Hirn gejagt. Wie… Weiterlesen Wahrheit, Freiheit. Arbeit?

Ein Satz, unzählige Gefühle

"Sorrow of the world, go away". Die klarsten, einfachsten Botschaften begegnen einem oft an den unerwartetsten Orten. Oder zumindest in den unerwartetsten Momenten. Wenn man mit den Gedanken noch ganz wo anders ist, sich aber trotzdem nicht verbietet, den Blick schweifen zu lassen, hoffend, dass sich irgendwo ein neuer Aufmerksamkeitsanker auftut, der Blick und Gedanken… Weiterlesen Ein Satz, unzählige Gefühle

Gegen die Essenz des Nichts

So nett, nebensächlich und nichtssagend - die Leichtigkeit der Sorglosigkeit. Diese Essenz des Nichts, mit der wir uns doch so gerne umgeben. Eine bewährte Strategie, um sich Idyllen zu schaffen, sich von der Realität abzulenken. Doch unberechenbare, irre Launen reichen, um uns den Banalitäten unseres Lebens, die unser Dasein zugegebenermaßen schöner machen, bewusst zu werden.… Weiterlesen Gegen die Essenz des Nichts

Im Abend-Öffi

Zischend und ruckelnd setzt der Mechanismus ein. Mit robuster Geschmeidigkeit, ungraziös aber zweckerfüllend, öffnet sich die Tür. Ich respektiere das ungeschriebene Gesetz und lasse erst aussteigen. Dann trete ich ein, in das kleine mobile Paralleluniversum der Stadt, meinen Lieblingsplatz, Busmitte-links-Fenster, schon im Blick. Endlich, denke ich. Zehn Minuten habe ich an der Haltestelle gewartet, im… Weiterlesen Im Abend-Öffi

Der Mann in Olivgrün

Der Mann in Olivgrün. "Ich bin noch hier. Ich bleibe hier. Ich geh nicht weg." Auf seinen Selfie-Videos. Und vor den Fernsehkameras. Abgekämpft, fest entschlossen. Bittere Miene, klare Worte, durchdringender Blick. Furchtlos? Schockiert, fassungslos, aber mächtig optimistisch. Authentisch. Die nötigen Worte wählend, nicht nur effektvoll. Dafür motivierend. Anprangernd. In Olivgrün, seine Uniform im Kriegsalltag. Kampfgewand… Weiterlesen Der Mann in Olivgrün

Sauer, bitter, süß und launisch

So kurz, zu lang, noch am Anfang, alles frisch, aber nicht mehr so wie vor einem Monat. Noch motiviert, doch bereits resigniert, voll Alltagsleiden und Wehwehchen-Klagen, voll sprudelndem Verlangen, so aggressiv wie Kohlensäurewasserbläschen. Sauer, bitter, manchmal süß. So fühlst du dich an, Februar. 28 ist deine Zahl, so gerade wie krumm. Jedes Jahr aufs Neue… Weiterlesen Sauer, bitter, süß und launisch