Im lauwarmen Leuchten der Stadt zittert zarte Vorfreude. Sie brennt im Bauch, glühweinsüß. Sie flammt in den Fingern, streichelt die Stirn, rutscht runter auf die Lippen. Prächtiges Prickeln. Dann legt sie sich auf die Seele und summt. Jedes Jahr die immergleiche Melodie. Einschläfernd? Wachrüttelnd? Unruhestifter mit Balsamwirkung. Die Antithese der Weihnachtszeit. Süßzäh, klebrigbröselig. Schwimmen in… Weiterlesen Verprickelte Vorfreude
Autor: piaaurelia
Mein Heute von gestern
Ich weiß, jetzt ist nicht mehr das Heute von gestern. Sorry, meine Nachricht kommt ein paar Minuten zu spät. Aber was machen die schon aus? Ein Versprechen, könntest du jetzt sagen, und ich hätte kein Gegenargument. Ich hab's nicht gehalten. Aber nachgeholt. Geht das überhaupt? Versprechen lassen sich nicht verschieben. Aber manchmal fallen sie blöd,… Weiterlesen Mein Heute von gestern
Mal am Meer in Malaga
Wie Cocktailhütchen markieren die bunten Sonnenschirme den Nachmittag. Auf einem Bein tänzelnd, kaum merkbar schwankend stecken sie im aschblonden Sand. So bekommt der eine heitere Frisur, zeitlos flatternd. Denn Zeit zählt hier nicht. Hauptsache die Hütchen schirmen, wenn die Sonne schreit. Mit strahlendem Maul, das seine schimmernde Spucke auf die Wasseroberfläche speit. Damit es schön… Weiterlesen Mal am Meer in Malaga
Chantilly am Strand
Sand wie Schnee wie Schlagsahne, aufgeschlagen, angehäuft. Plattgedrückte Hügellandschaft, mit Füßen gespürt, mit Händen betätschelt, durch Finger gerieselt. An Körper klebend, in Augen kratzend, in Mündern knirschend. Das Sahnehäubchen des doch so wohlverdienten Urlaubs schmeckt nach nichts, ist körnig-unsüß. Entgegen der Laune. Die ist fluffig frisch erzwungen locker, durchgewirbelt vom Wellenwind. So anders als Alltag.… Weiterlesen Chantilly am Strand
Klar und irre
Plopp. Klonk. Plumps. Wie würde sich das wohl anhören? Oder würde es eher zischen? Kurz schäumen, Blasen schlagen, wenn die Zähne der Schlüssel die Wasseroberfläche zerschneiden. Soll ich es herausfinden? Es wagen und meinem Impuls folgen? Dieser dummen Laune, die meinen Verstand betäubt, ihn mit einem klirrenden Gedanken mumifiziert. Ihn erst nett einbalsamiert und dann… Weiterlesen Klar und irre
Wurzellose Laune
Die Sonne küsste die Baumkronen wach. Das Liebesprickeln rutschte in den Stamm, der den nervös blubbernden Saft in seine Wurzeln schickte. Vom Boden erhob sich moosige Waldwärme. Sie strampelte steif uns rastlos durch die Luft. Irgendwann traf sie mich, massierte mir die Wangen, lockerte meine Finger. Sie schenkte mir Stille und Staunen. Auch Leichtigkeit. All… Weiterlesen Wurzellose Laune
Tirópita – damals in Karlsruhe
Ich stieg aus dem Bus und war am Bahnhof. War angekommen, dort, wo alle immer nur weg wollen. So schnell wie möglich, am besten mit einem Pappbecher in der Hand. Meine Finger waren kalt wie immer, nicht kaffeegewärmt. Dafür raschelten sie, wenn ich sie bewegte. Die Brötchentüte war schon ganz zerknautscht. Irgendwas mit Käse Überbackenes… Weiterlesen Tirópita – damals in Karlsruhe
LiLaLu
Siehst du die Farben klangvoll mäandern? Ich male ihren Flusslauf mit Worten, lenke ihre Reise sanft und lass sie wandern. Am Ende fließen sie immerzu zu dir, du stillst deinen farbvollen Wörterdurst, den es nicht gäbe ohne unser paktvolles Wir. Du schaust und schluckst, kaust und vertraust. Kannst du die Farben spüren, schmecken und riechen,… Weiterlesen LiLaLu
Handy hoch!
Handy hoch! Oder die Chance verstreicht. Der Moment verbleicht. Erweicht - und zerfällt in tausend Tonsplitter... Der DJ schleudert Schallscherben in die Menge, die er fleißig am Mischpult töpfert. Er knetet Knöpfe, richtet Regler und konstruiert eine Klangsphäre aus Electrobeat-Fetzen, ein Musik-Mosaik, eingängig genial. Seine Schöpferscheibe dreht sich pausenlos, er mischt, zerbricht und puzzelt neu… Weiterlesen Handy hoch!
Lasst uns nach oben fallen
Lasst uns nach oben fallen, immer wieder scheitern und uns am Kopfüberhängen erheitern. Mit blutbeladenem Kopf und eingeschlafenen Füßen, ohne uns irgendwo festzukrallen. Einfach nicht wollen, was andere begrüßen. Immer weiter fallen in unsere eigenen heiligen Hallen, wo wir unser Scheitern feiern. Mit Tanz und Tränen. Wobei wir niemals etwas haben zu büßen. Denn wir… Weiterlesen Lasst uns nach oben fallen









