Goldstück

Ich liege im Bett und fühle mich wie Zwiebeln. Die von heute Abend, die brutzelnd vor sich hin summten bis sie goldig waren. Wie kleine Schätze lagen sie in der viel zu großen Pfanne und sogen das Öl auf, das sie umschmeichelte. Sie kuschelten mit Knoblauch, ihrem kleinen Bruder.

Ich liege hier und habe keinen, an den ich mich schmiegen könnte. Trotzdem fühle ich mich wie die Zwiebeln, deren Geschmack ich noch im Mund habe. So warm und weich, geborgen im großen Bett. Gesichtsöl macht mich glänzend. Meine Poren saugen es auf. Ich spüre, wie durstig meine Haut ist. Ich schwenke mich selbst, indem ich mich vom Rücken auf den Bauch drehe. Jede Seite meines Körpers soll von der beruhigenden Bettwärme bepinselt werden.

Als drehte sich alles nur um mich. Ich bin ein Goldstück. Mit diesem Gedanken falle ich kissenkuschelnd ins Schlummern. Ich höre leises Brutzeln. Dann summe ich mich selbst in den Schlaf. Mein Körper prickelt. Ich träume von einem Bett aus gold gebratenen Zwiebeln.

Als ich aufwache, rieche ich Zwiebeln. Jemand brät sie fürs Rührei. Ich gehe ich die Küche. Da liegen die goldenen Zwiebelscheiben im brutzelnden Öl. Ich bin ganz gerührt. Ich weine wegen der Zwiebeln. Aber anders als sonst.

Photocredit: Namukolo Siyumbwa/Unsplash

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