Ich sehe hin, wo du nicht denkst.
Ich blicke weg, wenn du’s nicht siehst.
Ich schaue zu, dass du’s nicht merkst.
Das ist mein sommerlicher Wille, ich trag‘ ja schließlich Sonnenbrille. Sie verleiht mir das Privileg zu ignorieren, um mich still und heimlich über andere zu mokieren. Ich versteck‘ meine Augen aber nicht freiwillig, dafür lieb‘ ich sie doch viel zu innig. Vielleicht genau deswegen schütz‘ ich sie so elegant, dafür bin ich ja über alle Dörfer hinweg bekannt. Ihr beneidet mich um meinen Stil? Der kostet aber auch ganz schön viel! Dann noch so tun, als würd‘ ich irgendwo hinspazieren, dabei will ich doch nur an euch allen vorbeiflanieren.
Ich tu‘ als ob, damit ihr denkt, als wenn. Ein flüchtiger Gedankenhauch.
Ich schau zu dir. Nur damit du glaubst, ich seh‘ dich auch.
Du glaubst zu sehen, wenn du schaust, doch merkst du nicht, dass du das nur denkst, weil du mir zu viel Aufmerksamkeit schenkst.
Photocredit: Kari Shea/Unsplash