Pünktchenweise dumme Dinge

Der Alltag impressioniert. Jeder Punkt ein Augenblick. Augenaufschlag. Das immerselbe Match: Man holt die Schläger, wirft die Bälle in den Tag hinein, ins gähnende Maul von Heute. Kein Meisterwerk – doch wer trifft? Was, wann, wie?

Hinterm Netz lauert diese laute Laune, die sich über Schäden freut. Heute schreit gewaltig, dann hält Morgen vielleicht die Klappe. Was kommt? Wollen wir’s wirklich wissen? Erst müssen wir das Heute bezwingen.

Nur her damit! Regeln regieren, um Gegner auszuradieren. Weise Willkür spaltet die Welt in Felder. Linien zucken schnurstracks, Netze glucksen löchrige Weisheiten.

Es ist zu viel vom Wenig da. Doch mehr würde auch keiner ertragen. Das Bisschen ist schon laut genug. Wo soll man denn nur hinschlagen? Wo bekommt man denn die Kraft zum Aufschlag? Oder doch lieber wieder die Augen schließen? Als wäre nix gewesen…

Keine Chance! Wir tragen schon den Mundgeruch von Heute. Und sind beschlägert, mitten im Spiel. Alltägliches schwirrt und verwirrt. Pünktchenweise dumme Dinge, mal schön, mal schrecklich. Wohin mit den Augen? Sie lehnen sich zurück, um das Ganze besser zu begreifen. Das wenige Viele, das hinter Netzen lauert.

Schäden, Schande, Schein ausweichen, niederstrecken mit Schlägerschlägen. Auf der Zungenspitze des Tages tanzen. Wir holen uns die volle Punktzahl. Bälle treffen, die Lautstärke von heute regulieren. Bälle fliegen, andere rollen. Pünktchenparade. Luftlöcher im Himmel. Krafträuber, die die lustlose Laune leerlutschen.

Wann sind wir endlich fertig?

Was nützt’s? Wer fertig ist, steht wieder am Anfang. Was tröstet, sind die Spielregeln. Keine Überraschung, kein Meisterwerk. Erstmal Augen zu. Das nächste Match muss warten. Aber es kommt gewiss. Morgen reißt schon sein Maul weit auf…

Photocredti: Ben Hershey/Unsplash

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