Dort unten liegt die Stadt so tortig und biegt ihren begrasten Bauch gen Blau. Fluss rinnt rundherum, Zuckergussrauschen. Grüner Hügel wellt sich sahnehäufchenweise. Schlagrahmrufe rutschen schwungvoll ins Tal, das s-förmig tanzt, dabei aber tugendhaft keine Miene verzieht. Fachwerk verpflichtet.
Häuschen scheinen ganz glücklich, greifen spitzdachig ins Himmelsgewölbe, in dem die Sonne schwebt. Sie macht die unerträgliche Süße der Szenerie noch klebriger. Ausweg aussichtslos, denn man taucht im Teig und merkt: zu anderem taugt man heute nicht.
Sonnenwärme kitzelt Scheitel, wenn Augen Sahnehügel und Zuckerwasser verschlingen. Ohren rauschen, aber richtiger als sonst. So gesund und glaubhaft. Überhaupt: Kopf kennt keine Klagen. Und der Hintern sitzt sonderbar bequem auf Pastell-Pölsterchen, während man gierig Waffeln gabelt. Auf dem Teller thront Sahne auf Eiskugel auf Gitterteig, den Kirschen im eigenen Sud umrunden.
Monschau zum Essen.
Genussgabeln bis man müde ins Gras fällt und Sonnenstrahlen den frisch befüllten Bauch bepinseln. Um einen herum nur Rurrauschen, bei dem einem automatisch die Augendeckel zufallen. Und man glaubt, sie sei nur ein Traum: die Tortenstadt. Schon ist man Teil ihres Teiges.
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