Mal am Meer in Malaga

Wie Cocktailhütchen markieren die bunten Sonnenschirme den Nachmittag. Auf einem Bein tänzelnd, kaum merkbar schwankend stecken sie im aschblonden Sand. So bekommt der eine heitere Frisur, zeitlos flatternd. Denn Zeit zählt hier nicht. Hauptsache die Hütchen schirmen, wenn die Sonne schreit. Mit strahlendem Maul, das seine schimmernde Spucke auf die Wasseroberfläche speit. Damit es schön glitzert und glänzt. Das Meer ist aber nicht gierig, es verschlingt das Licht nicht, sondern lässt sich davon kitzeln und küssen. Immer mehr transparentes Gold fließt ins Wasser, das güldene Leuchten wird fast unerträglich. Der Meeresspeichel errötet farblos und streichelt die Haarspitzen der welligen Strandmähne, die sich sanft hügelig über den Strand erstreckt.

Die Menschen sitzen, liegen darin wie Läuse. Statt von Sand ernähren sie sich von Chips. Schön knusprig. Und Bier. Unbedingt prickelnd und kühl. Aber fast schaumlos, aber das macht nichts, weil doch schon die Gischt so schön weiß sprudelt.

Die Menschen schauen zu, wenn’s rauscht. Also immer, und sie wiegen den Kopf, so wie sonst nie. Sie schreiten ins Wasser, wo sie doch eigentlich nur Rennen und Stolpern gewohnt sind. So als wäre es das Letzte, was sie jemals machen werden. Aber dann kommen sie doch wieder heraus und befallen den Strand. Um dessen aschblondem Haupt einen Sinn zu verleihen. Auch wenn den keiner kennt. Hauptsache, er trägt Hütchen.

Foto: privat

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