Noch immer habe ich das brüllende Rauschen im Kopf.
Monoton. Beruhigend. Gewaltig.
Die Wellen stoßen sich vom Horizont vor bis an den Sandstrand. Überschlagen sich dabei und bauen sich zu massigen Wasserhügeln auf. Holt eine Welle eine andere ein, umarmen sie sich in der Vorfreude auf eine mächtige Symbiose der Ozeankräfte, die sich am Ufer eindrucksvoll entlädt. Dort, wo das transparente Blaugrün zu schäumender, weißer Gischt mutiert und den am Meeresrand staunenden Menschen den Sand über die Füße schwappt.
Beruhigend? Gewaltig? Respekteinflößend.
Diese unermessliche Kraft der Wellen lässt die beobachtende Menschenmenge an ihrer eigenen Stärke zweifeln. Hier am Strand mit den Füßen im Wasser befinden sie sich auf einer nicht zu unterschätzenden Schwelle, die die Grenze zwischen Badevergnügen und Überlebenskampf markiert.
Gewaltig. Respekteinflößend. Ohrenbeäubend.
Auch ich stand in dieser Menschenkette, ehrfürchtig aufgereiht vor dem sich wälzenden Ozean, der sich aufbäumenden Wassermassen. Ein so friedlicher Moment, in dem wir alle sprachlos zwischen Fremden standen und dieselbe Faszination teilten. Wir lauschten dem Meereskonzert und bewunderten die Wellen-Performance. Die sich uns ins Gedächtnis einprägte. Die uns so klein und machtlos fühlen ließ. Die uns die Erhabenheit der Natur erkennen ließ.
Respekteinflößend. Ohrenbetäubend. Gewaltig und beruhigend zugleich.
Noch immer denke ich an das rauschende Brüllen, die blasenwerfende Gischt, die rollenden Wellenumarmungen – diese unberechenbare Urkraft des Atlantik.

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