Ihre Dickköpfigkeit kann man bereits an ihrem fiesen Grinsen ablesen, das sie gen Himmel schicken.
Es versinnbildlicht die triumphierende Attitüde, die sie durch die hartnäckige aber erfolgreiche Wachstumsphase, während der sie sich durch die engen Schlitze kämpften, annahmen.
Nicht nur der Himmel muss sich das gemeine Grinsen gefallen lassen.
Die Menschen, auf deren Terrassen sie auf einmal auftauchen, leiden besonders unter dem unhör- aber spürbaren, verhöhnenden Gelächter des scheinbar mit jedem Tag immer schneller wachsenden Krautes.
Büschelweise setzt es genau dort unverschämt lebendige Farbakzente, wo keine erwünscht sind und infiziert schleichend aber unaufhaltsam jede Fuge des Terrassenpflasters.
Und das, obwohl die Schlitze zwischen den Bodenplatten doch einen anständigen Abstand zueinander halten. Oder eben genau deswegen, die Disziplin wird nicht belohnt.
Denn das Unkraut beherrscht die Kunst des exponentiellen Wachstums.
Und lässt sich auch von einzelnen Eliminationsaktionen der genervten Terrassenmenschen nicht beeindrucken.
Da kommen Mittelchen zum Einsatz, bei denen der krautig-büscheligen Gräschenschar das Grinsen vergehen soll. Bei manchen Unkrautpflänzchen sitzt die Verwurzelung aber so tief, dass sie sich von keinem Gegengift beeindrucken lassen.
Die Terrassenmenschen reißen und sprühen und fluchen. Das Kraut sprießt und wächst und grinst.
Und kichert irgendwann – im Wahn des Terrassenmenschen. Der sich in eine krautige Nebensächlichkeit verfahren hat. Und nichts ist mehr im grünen Bereich…
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