Hilflos und scheu zusammengekauert liegt er da an der Straßenecke.
Der grob gewellte Rüssel fehlt ihm, das monströse Mundstück auch.
Laienhaft zusammengeflickt liegt er am Pfahl, der am oberen Ende ein Einbahnstraßen-Fähnchen hisst, darunter ein Behindertenparkplatz-Schild, das den zeitweiligen Entsorgungsplatz des tiefverletzten, sonst so dröhnend stolzen Gerätes auf makabre Weise kommentiert.
Die klaffenden Wunden sind mit hässlichem, rein der Blutungsstillung dienendem, ockerbraunem Klebeband geflickt.
Der Rest erregt Mitleid durch seine intensiv burgunderrote Epidermis, die den Anschein erweckt, als sei der von seinen wertvollsten Gliedern enteignete Elektroelefant bereits halb verblutet.
Doch was war der Grund seines brutalen Schicksals?
Wieso muss er derart leiden?
Ist er die Treppe hinuntergestürzt?
Wurde er Opfer eines zu viel dampfablassenden Wutanfalls?
Wurde er von seinem High-Tech-Nachfolger verprügelt, bevor er vor die Tür gesetzt wurde?
Oder hat er sich vor ebendieser Befürchtung gerettet, indem er nicht dem Sukzessor zum Opfer fallen wollte und sich somit zum Suizid entschied?
Oder sollte man doch lieber auf das Straßenschild hören, das dem Einbahnstraßenfähnchen Gesellschaft leistet und durch phonetische Parallelen eine resolute Hinrichtungsmethode suggeriert: „Guiollettstraße“.
Tod durch Guillotine?
Effektiv, schnell, schmerzfrei: In diesen schmerzhaften Zeiten wär’s dem Staubsauger zu wünschen.
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